Weil ich Schaf schlaf
4. Juni 2012 by admin

Schlaflos zum Titel? (Teil 1)

Wieder ist es soweit, für viele sogar endlich wieder: Die Fußball-Europameisterschaft 2012 steht an. Und gerade die deutschen Fußballfans stellen Ihre Lauscher in diesem Jahr besonders auf, schließlich gilt ihr Team als einer der großen Favoriten auf den Titel.

Soweit das Bekannte, der öffentliche Common Sense, das, was man in unzähligen Werbeprospekten deutscher Baumärkte, Elektronik- und Sportfachgeschäften verbal hinterhergeworfen bekommt.

Ich möchte aber den Blick auf einen ganz anderen und kaum diskutierten Aspekt dieses sportlichen Großereignisses werfen: Wie verändern sich eigentlich die Schlafgewohnheiten in dieser Zeit? Hat die nervliche Dauerbelastung Konsequenzen für die Gesundheit?

Zunächst einmal muss dabei natürlich betont werden, dass man diese Frage für einen nicht kleinen Teil der deutschen Bevölkerung gar nicht zu stellen braucht, denn diesen interessiert das bunte Treiben in Polen und der Ukraine nicht die Bohne. Zugegeben, das ist für einen Hardcore-Fan wie mich nur schwer bis nicht nachvollziehbar, aber ich möchte die Augen vor der – bisweilen absurden – Realität nicht verschließen.  Interessant ist, dass es in meinem erweiterten Bekanntenkreis, ganz entgegen dem Klischee, gar nicht so sehr die Frauen, als vielmehr einige das Leid dieser Welt auf ihren Schultern tragende Männer sind, die sich dem faszinierenden Mikro- und Makrokosmos eines solchen Fußballgroßereignisses verschließen (und die wohl auch genau deshalb das Leid der Welt weiterhin auf ihren Schultern tragen werden).

Kommen wir aber nun zu denjenigen, die aufgewühlt, fasziniert, begeistert, erschüttert, gepeinigt, euphorisiert, gedemütigt, befreit oder schlichtweg bestens unterhalten werden von einer Fußball-EM/WM. Damit spreche ich keineswegs nur von den Fans in den Stadion und den Zuschauern am Fernsehschirm. Auch die Spieler selbst können bisweilen von heftiger Schlaflosigkeit befallen werden, wie das aktuelle Beispiel des Münchner Nationalspielers Thomas Müller beweist. Am Tag nach dem Drama um das verlorene Champions League-Finale gegen den FC Chelsea stand überall zu lesen: „Müllers schlaflose Nacht: ‚Kann es noch nicht fassen.‘“ Offenbar war der arme Thomas dermaßen traumatisiert, dass er seine Gefühle mit anderen Menschen teilen musste, denn er ließ seine Schlaflosigkeit via Facebook verlauten.

Nun drängt sich natürlich die Frage auf, wie es den anderen deutschen EM-Fahrern geht, wenn es einmal in einem wichtigen Spiel (z.B. dem Auftaktspiel gegen Portugal am Samstag) eine Niederlage oder zumindest keinen Sieg gibt. Muss Jogi Löw dann damit rechnen, dass seine Spieler am nächsten Morgen mit dicken Augenringen in die Hotellobby gewankt kommen und sich kollektiv von der ersten Trainingseinheit abmelden? Sicher nicht, denn fraglos geht jeder ein bisschen anders mit solchen persönlichen Enttäuschungen um und die Männer mit dem Adler auf der Brust sind zu sehr Profis und Niederlagen gewohnt, um danach jedes Mal schweißgebadet wach zu liegen.

Dennoch muss betont werden, dass bei allen Diskussionen um Siegeswillen und die richtige Taktik eben auch das Schlafverhalten unserer Jungs eine nicht unwichtige Rolle spielt, ob es am Ende für den Pokal reicht. Sicher kennt ihr alle das Prinzip der Superkompensation, nach dem der Körper im Anschluss an die Erholungsphase nach einer größeren körperlichen Belastung, bei der er an seine Grenzen gehen muss, zusätzliche Kräfte und Energien bereitstellt, um für eine neue stärkere Belastung gerüstet zu sein. Er „überkompensiert“ also seine Anstrengung. Selbstredend ist das so nur dann möglich, wenn die Erholungsphase lang genug ist, was spätestens dann schwierig wird, wenn sich der Profi an der Bar mehr als nur ein „Feierabendbier“ gönnt. Zumindest darauf werden die Verantwortlichen und Betreuer also achten, zumal das Bier in Polen ja nicht gerade im Verdacht steht, untrinkbar und zu teuer zu sein…

  •   •   •   •   •

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>